Estacion Esperanza

Rundbrief Februar 2026

Grüezi miteinander!
Dankbarkeit ist das Wort, das unsere letzten Wochen wohl am besten beschreibt. Wir sind dankbar für vieles, was wir erleben, gestalten und sehen durften.

Kinderwoche: «Misión Posible – Mission möglich»

Nach einer intensiven Sommerferienwoche mit täglich vier Stunden Programm an zwei unserer drei Standorten, tauschten wir uns im Leiterteam darüber aus, was für jede und jeden herausfordernd und was besonders erfreulich war.

Sara (Name geändert) strahlte und sagte mit fester Stimme, dass sie nie gedacht hätte, einmal Teil eines Teams zu sein, sich wohlzufühlen und sogar vor Kindern zu tanzen. Ich erinnerte mich dabei an ihren ersten Besuch bei uns. Anfangs November war sie von ihrem Bruder José (18), der inzwischen offiziell Teil des EsEs-Mitarbeiterteams ist, zu unserem Jugendwochenende eingeladen worden. Damals sass sie mit tief ins Gesicht fallenden Haaren im Kreis und wagte kaum zu lachen, ohne die Hand vor den Mund zu halten. Vor Kurzem erzählte mir ihre Mutter, dass Sara seit dem Jugendlager keine Selbstmordgedanken mehr habe und wieder mehr am Leben teilnehme. In der Kinderwoche übernahm sie – wie auch andere Jugendliche – zunehmend Verantwortung und erlebte Selbstwirksamkeit.

Unter dem Thema «Misión Posible – Mission möglich», verbunden mit der biblischen Geschichte von Noah, erlebten wir eine vielseitige und lebendige Woche. Spiele, Basteln, Tanz, Kleingruppenzeiten und vieles mehr gehörten zum Programm. Für viele Kinder – und auch für zahlreiche Mütter – wurde diese Woche zu einem besonderen Höhepunkt in den sonst oft eintönigen, dreimonatigen Sommerferien.

Nähkurs: Puppenkleider
herstellen

EsEs Sommeraktivitäten

Bereits vor der Kinderwoche fanden an allen drei Standorten verschiedene Aktivitäten statt. Die Grundlage dafür entstand bereits Ende des vergangenen Jahres. Jedes Teammitglied brachte Ideen ein, in welchem Bereich es gerne mitarbeiten würde, und formulierte, was es mit seinem Angebot erreichen möchte.

So wuchsen Schritt für Schritt vielfältige Workshops und Kurse heran: Schach, Jonglieren, Fussball, Basteln für verschiedene Altersgruppen, Haare flechten, Nähkurs für Kinder (Puppenkleider herstellen), Englischunterricht, Nachhilfe und vieles mehr.

Auch der Sport spielte während der Sommerzeit eine wichtige Rolle. In diesem Jahr fand das nationale Floorball-Turnier in Trujillo statt. Zwei Teams von Estación Esperanza reisten gemeinsam mit mehreren Eltern dorthin. Wie schon im vergangenen Jahr nutzten einige Familien den Anlass, um im Anschluss noch ein paar gemeinsame Ferientage zu verbringen. Das freut uns sehr, denn für viele Familien aus den Slumgebieten sind Ferien und Auszeiten keine Selbstverständlichkeit. Umso bedeutender ist es, dass der Sport insbesondere Floorball – einen Rahmen schafft, der nicht nur Bewegung und Freude bietet, sondern auch präventiv wirkt. Er fördert Disziplin, Teamgeist, Durchhaltevermögen sowie einen gesunden Umgang mit der Freizeit. Damit trägt der Sport zu einer positiven und nachhaltigen Entwicklung der Familien bei.

Teamretraite

Im Gästehaus von Indicamino (CH Mission) führten wir gemeinsam mit unserem Team eine Retraite durch. Die erste Hälfte der drei Tage verbrachten wir mit dem Kernteam, anschliessend kamen alle Mitarbeitenden dazu – ausser unseren drei Wachmännern, die weiterhin rund um die Uhr in Mi Peru für Sicherheit sorgen mussten.

Ein zentraler Teil des Programms war das Auftanken in Gottes Gegenwart. Oft sind wir im Alltag vor allem am Geben – hier durften wir neu empfangen. Ebenso wichtig waren die Zeiten der Gemeinschaft mit gemeinsamen Spielen, einfachen Genussmomenten und viel Raum für Austausch, Lachen und Beziehungspflege. Daneben nahmen wir uns bewusst Zeit für Reflexion: Was läuft gut? Wo stehen wir im Veränderungsprozess? Wie gehen wir mit unserer bevorstehenden Zeit in der Schweiz um? Besonders hilfreich war dabei die offene Feedbackkultur im Kernteam sowie die Impulse zweier Gastredner aus dem Vorstand von Estación Esperanza Peru.

Ein weiterer Höhepunkt war ein interaktives Spiel in einem grossen Park zu unseren vor einigen Monaten erarbeiteten Werten. Ziel war es, diese nicht nur zu kennen, sondern sie auch ganz praktisch zu erleben. So konnten wir sie neu als Wegweiser für unseren Arbeit verinnerlichen.

Nationale Floorball-Turnier: EsEs 2. Platz 

Familie Bernales – Neuer Lebensabschnitt

Nach zwölf Jahren Leben und Arbeiten in Peru steht für unsere Familie ein neuer Lebensabschnitt an. Ab Ostern werden wir im Zürcher Oberland leben. Eine langfristige Wohnung suchen wir derzeit noch. Unsere zeitliche Planung orientiert sich auch daran, dass Mael im August 2026 in der Schweiz in den Kindergarten eintreten wird.

Die älteste unserer drei aufgenommenen Töchtern, Nancy (24), befindet sich im letzten Jahr ihres Psychologiestudiums an der Universität. Angie (18) besucht derzeit eine Bibelschule (YWAM) in Kolumbien. Für Flor (16) befinden wir uns aktuell im Visumsprozess, damit sie mit uns in die Schweiz ziehen kann. Auch wenn sich unser Lebensmittelpunkt verändert, bleibt unser Herz und unser Engagement eng mit Estación Esperanza verbunden. Carlos wird das Projekt weiterhin als Präsident von Estación Esperanza Peru begleiten. Miriam wird etliche Aufgaben des Schweizer Vereins übernehmen bzw. ausbauen und dadurch ebenfalls im begleitenden Kontakt mit dem Projekt in Peru stehen. Zudem sind jährlich längere Aufenthalte in Peru geplant – insbesondere in Phasen wichtiger Bau- und Entwicklungsprojekte, wie beim weiteren Aufbau der Primarschule.

Wir sind dankbar für das grosse Vertrauen, das uns in all den Jahren entgegengebracht wurde, und für alles, was durch gemeinsame Unterstützung möglich geworden ist. Ebenfalls sind wir dankbar, die neue Etappe mitgestalten zu können. Besonders nach der Teamretreate sind wir neu ermutigt und gestärkt durch das engagierte Team vor Ort, sowie durch die neue operative Projektleitung mit Natalia und Rodolfo.

Mit Zuversicht und Dankbarkeit blicken wir auf diesen neuen Abschnitt und darauf, wie Gott das Werk von Estación Esperanza weiterführt.

Baufortschritte (Primarschule)

Kurz und wichtig:

Die Präsidenten von Peru wechseln annähernd so oft wie das Präsidium im Schweizer Bundesrat – dabei fänden Wahlen nur alle vier Jahre statt. Sieben Präsidenten in knapp zehn Jahren. Eben wurde wieder einer abgesetzt. Die politische Lage bleibt angespannt.

Der Weiterbau unserer Primarschule schreitet erfreulich voran. Wie bereits im letzten Rundbrief erwähnt, wird die Schule in diesem Jahr noch nicht eröffnet. Umso mehr freut es uns, dass die Einschreibungen für die drei Kindergartenklassen mit Start im März sehr rege verlaufen. Wir rechnen derzeit mit etwa doppelt so vielen Kindern wie im Jahr 2025. Dies bestätigt uns darin, wie groß der Bedarf an guter, zahlbarer und verlässlicher Bildung in unserem Umfeld ist und motiviert uns, den eingeschlagenen Weg weiterhin engagiert weiterzugehen.

Gebetsanliegen

Teile diese Seite mit Social Media

This page is also available in: Englisch

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.