Rundbrief Juni 2026
Grüezi miteinander!
Menschen begleiten bedeutet, Entwicklungen oft erst nach langer Zeit wahrnehmen können. In den vergangenen Monaten durften wir einige solche Momente erleben.
Mateo blüht auf
Als Mateo vor einem Jahr mit seinen Eltern erstmals an Aktivitäten von EsEs teilnahm, war er ein sehr zurückgezogener Jugendlicher. Aufgrund einer Autismus-Spektrum-Störung verbrachte er die meiste Zeit allein im Zimmer, vertieft in Computerspiele. Ende letzten Jahres meldete er sich für ein Jugendwochenende an. Gemeinsam mit seinen Eltern konnten wir ihn ermutigen, den Schritt trotz seiner Ängste zu wagen. Das war der Start einer grossen Veränderung. Mateo nimmt heute regelmässig an Jugendtreffen teil, unterstützt im Kinderprogramm und sucht immer häufiger den Kontakt zu anderen Menschen. Er ist nach wie vor ein besonderer Jugendlicher mit eigenen Herausforderungen.
Gleichzeitig erleben wir ihn als offen, herzlich und zunehmend selbstsicher. Dazu gehörte seine Taufe Anfang Juni in der Kirchgemeinde “Nueva Vida en Cristo“, die sich in den Räumlichkeiten von EsEs trifft. Der Glaube und die Gemeinschaft dort sind zuerst für seine Eltern und nun für Mateo zu einer Quelle von Halt Quelle von Halt und Zugehörigkeit geworden. Die Eltern sind zutiefst dankbar für seine Entwicklung.


Bericht von Projektleitung in Peru
In den vergangenen Monaten haben wir daran gearbeitet, unseren Programmen Kontinuität zu geben und unsere Arbeit als Organisation weiterzuentwickeln. Wichtige Elemente unserer Teamkultur bleiben bestehen: So treffen wir uns weiterhin regelmässig zu gemeinsamen Austausch- und Gebetszeiten. Das fünfköpfige Kernteam begleitet die verschiedenen Programme und sorgt dafür, dass die Vision von EsEs lebendig bleibt.
Um miteinander verbunden zu bleiben, informiert jedes Team am Ende des Monats über eine wichtige Neuigkeit aus seinem Arbeitsbereich. So können wir Fortschritte feiern, Herausforderungen erkennen und voneinander lernen. Es ist eine grosse Freude zu sehen, wie unser 17köpfiges Gesamtteam diese neue Etappe gestaltet. Verantwortlichkeiten haben sich verändert, und wir alle lernen, uns an neue Rollen und Abläufe anzupassen. Gerade darin erleben wir, wie wertvoll es ist, als Team zu lernen und zu wachsen. Dies ist nur dank des Vertrauens, des Engagements und der Zusammenarbeit aller Mitarbeitenden möglich. Im Kindergarten haben wir eine Gruppe für Mütter von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung gestartet. Dort können sie ihre Erfahrungen teilen, sich gegenseitig ermutigen und hilfreiche Ressourcen für ihren Familienalltag kennenlernen. Familien mit Kindern im Autismus-Spektrum sind in den Slums oft weitgehend auf sich allein gestellt.
Wir danken Ihnen, Ihr lieben Menschen so weit weg von Peru, von ganzem Herzen für Ihr Vertrauen, Ihre Verbundenheit und alle Unterstützung.

litische Gemeinde Mi
Peru und EsEs

Unterwegs mit World Vision
Seit einem Jahr dürfen wir im Bezirk Mi Perú punktuell mit World Vision Peru zusammenarbeiten. In diesem Teil von Lima sind nur wenige Hilfswerke tätig. Umso wertvoller ist es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsame Herausforderungen anzugehen. In den vergangenen Monaten konnten wir bereits einzelne Projekte gemeinsam umsetzen. So beteiligten sich Kinder von EsEs an einer Aktion, bei der Abfallbehälter für die Nachbarschaft gebaut und gestaltet wurden. Diese tragen dazu bei, dass bereitgestellte Abfallsäcke nicht von streunenden Hunden aufgerissen werden und die Strassen sauberer bleiben. Auch auf fachlicher Ebene profitieren wir von dieser Zusammenarbeit. Unser Team wird demnächst Workshops zum Thema häusliche Gewalt für Jugendliche durchführen, die von World Vision begleitet werden. Die Teilnehmenden sind junge Menschen, die bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Wir freuen uns über die Möglichkeit, unsere Erfahrungen einzubringen und gemeinsam präventiv zu wirken. Einige Jugendliche von EsEs , darunter auch Mateo, nehmen zudem an Kursen von World Vision zu Bildung und Berufsorientierung teil.

EsEs «Haustiere»
Auf unserem Gelände in Mi Peru entsteht derzeit die Primarschule. Mit der Erweiterung des Areals wachsen auch die Anforderungen an die Sicherheit. Deshalb leben seit Kurzem zwei junge Hunde auf dem Gelände. Unsere drei Wachmänner, die sich rund um die Uhr abwechseln, werden dadurch in ihrer Aufgabe ergänzt.
Parallel dazu sammeln wir erste Erfahrungen mit kleinen Kaninchen, die von Freiwilligen mitversorgt werden. Sie kümmern sich um die Fütterung und Reinigung der Gehege. Die Kaninchen bieten den Kindergartenkindern die Möglichkeit, Tiere aus nächster Nähe kennenzulernen und einen achtsamen Umgang mit ihnen zu lernen. Für die Zukunft planen wir zudem einen kleinen Gartenbereich. Viele Kinder wachsen in den dicht besiedelten Slumgebieten von Lima auf, wo Grünflächen und Naturerfahrungen kaum vorhanden sind. Ein Garten könnte ihnen ermöglichen, Pflanzen beim Wachsen zu beobachten, Verantwortung zu übernehmen und die Natur auf praktische Weise zu entdecken. Einen ersten kleinen Schritt in diese Richtung haben wir bereits gemacht: Dank einer Zementspende der Schweizer Firma Sika in Peru gestalten die Familien Pflanzgefässe, die anschliessend mit geschenkten Aloe-Vera-Pflanzen bepflanzt werden. Die robusten Pflanzen eignen sich gut für das trockene Klima.

Persönliches: Familie Bernales-Kühni
Seit Anfang April wohnen wir in der Schweiz und dürfen Schritt für Schritt in unserem neuen Alltag ankommen. Wir sind dankbar für den guten Start in unsere Arbeit, den intensiven Deutschkurs von Carlos und unsere Wohnung in Rapperswil, die wir per 1. Juli beziehen dürfen.
Besonders bewegt hat uns in den letzten Wochen die Entwicklung rund um Flor, unserer jüngsten angenommenen Tochter. Ihr Fall war für die kantonalen Behörden so komplex, dass er vom Staatssekretariat für Migration (SEM) geprüft wurde. Schliesslich erhielten wir grünes Licht und vor wenigen Tagen kam sie in der Schweiz an. Sie wird dann einen halbtägigen Integrationskurs besuchen und freut sich sehr auf diesen neuen Lebensabschnitt. Inzwischen ist sie 16 Jahre alt und steht an der Schwelle zum Erwachsenenleben. Gerade in dieser wichtigen Lebensphase sind verlässliche Beziehungen, Orientierung und eine enge Begleitung besonders wertvoll. Da sie seit zwölf Jahren Teil unserer Familie ist, freuen wir uns besonders, sie künftig wieder im Alltag begleiten zu dürfen.
Kurz und wichtig:
Gebetsanliegen


Teile diese Seite mit Social Media
This page is also available in:






Kommentar verfassen