Estacion Esperanza
Projekt-Aktuell

Die Mauer-Geschichte

Miriam und Carlos Bernales erzählen

Wenige Tage, bevor Miriam Bernales-Kühni für vier Monate zur Geburt ihres ersten Kindes in die Schweiz reist, kam Bewegung in ein Anliegen, das viele schon aufgeben wollten.


Sie erzählt, gemeinsam mit Carlos Bernales:

Vorgeschichte zum Mauerbau

Vor zwei Jahren konnte Estación Esperanza zu einem Vorzugspreis ein Stück Land erwerben. Es ist perfekt gelegen und hat mit seinen über 2000 mjenen Umfang, den wir zur Umsetzung unserer Vision brauchen: Ein Kindergarten und eine Schule, die den pädagogischen Ansätzen unseres Projekts entspricht und genau jene Kinder und Jugendlichen fördert, die in der allgemeinen Schule stets untergehen.

Doch als wir 2019 mit der Umsetzung unserer Pläne beginnen wollten, baute sich ein Hindernis nach dem andern auf. Diese waren vor allem administrativer Natur und es würde zu weit führen, all die Gänge auf Ämter und all die Papiere aufzuzählen, für die wir nutzlos Monat für Monat vergeudeten. 1,5 Jahre vergingen, bis wir Ende März dieses Jahres von der Gemeindeverwaltung ein offizielles Bauverbot erhielten. Nicht einmal die Mauer ringsum durften wir bauen, wie das in solchen Fällen in Peru aus gesetzlichen Gründen üblich ist.

Kurz darauf starb, ganz überraschend, der Gemeindepräsident. Seine – provisorische – Nachfolgerin im Amt wechselte etliche Stabstellen aus und ging auf das direkte Gespräch mit uns ein. Bald einmal wurde dabei deutlich: Ihr Vorgänger war persönlich an unserem Landstück interessiert und wollte es zur Spekulation für sich selber abzweigen.

Auf ein mal ging es schnell

Und plötzlich ging alles wie von selbst, oder vielmehr, wie wir es dankbar glauben: Jetzt öffnete Gott die bisher verschlossenen Türen: Wir erhielten die offizielle Genehmigung. Wenige Wochen später konnten wir das Gelände planieren und die Mauer bauen lassen. Am Samstag, den 17. Juli, werden wir in Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde an der Mauer einen Graffiti-Wettbewerb durchführen. Zehn Teilnehmer werden zum Thema «Hoffnung» je einen Teil der Mauer besprayen und so Estación Esperanza farbig und froh gestalten. 



Für die Jury konnten wir bekannte Persönlichkeiten gewinnen, wie etwa den Direktor der Kunstakademie in Lima. Zudem hat die politische Gemeinde zwei Rapper organisiert und wird die Musikanlage für das Konzert installieren. Estación Esperanza kümmert sich um die Preise für die Sprayer sowie um die Spraydosen mit der Farbe.

Und da wir auch hier unserem Ziel treu bleiben: Gleichzeitig wird ein professioneller Sprayer an einer andern Mauer einigen Jugendlichen die Kunst des Sprayens beibringen.

Graffiti-Wettbewerb

Am Samstag hatten wir den Graffiti-Wettbewerb durchgeführt. Zehn Teilnehmer bzw. Teams haben zum Thema «Hoffnung» je einen Teil der Mauer besprayt und so Estación Esperanza (Mauer vom Grundstück) farbig und froh gestaltet.
Gleichzeitig brachte ein professioneller Sprayer an einer anderen Mauer einigen Jugendlichen die Kunst des Sprayens bei.
Es war ein super Anlass gewesen.

Hier der Gewinner 🙂. Er habe zum ersten mal im Leben etwas gewonnen. Mit dem Preisgeld (90 CHF) wird er essen gehen und neue Farben kaufen. Er hat zwei Kinder gemalt. Ein Kind muss arbeiten, um der Familie zu helfen und der andere kann zur Schule gehen. Beide haben Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Er musste als Kind arbeiten, doch konnte auch die Schule besuchen.

Abreise in die Schweiz

Dienstag, 20. Juli, wird Miriam in die Schweiz abreisen. Carlos folgt einige Wochen später. Noch ist es offen, ob zwei unserer Pflegekinder mitkommen dürfen. Aber auch diesbezüglich sind wir voller Hoffnung.

Und Gott gegenüber sind wir dankbar, einfach nur dankbar. 

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